Niederneuendorfer See belastet – Wahlkreisabgeordneter Schmidt wirft Senat Nachlässigkeit vor

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Als „unbefriedigend“ bezeichnet die europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) den Zustand des Niederneuendorfer Sees, trotzdem will der Berliner Senat Regenwassereinleitungen von Hauptverkehrsstraßen keiner vorherigen Behandlung zuführen. Das ist das Ergebnis einer Kleinen Anfrage des Wahlkreisabgeordneten für Heiligensee, Konradshöhe, Tegelort und Tegel, Stephan Schmidt (CDU). Er selbst sagt dazu: „Ich finde den Bericht über die Frage der Vegetation im Niederneuendorfer See alarmierend. Drei der vorhandenen Wasserpflanzenarten sind stark gefährdet oder gefährdet, für zwei weitere gilt eine Vorwarnstufe. Die Einstufung gilt insgesamt als „unbefriedigend“, die zweitschlechteste von fünf Möglichkeiten. In der Schule hieße das: Versetzung stark gefährdet!”

Senatsverwaltung: Zustand “bedenklich”

Er könne deshalb überhaupt nicht nachvollziehen, warum der Senat bei der Frage zu Einleitungen aus dem öffentlichen Straßenland so nachlässig, ja fast schon fahrlässig antwortet. In der Antwort wird erklärt, dass Vorbehandlungen des eingeleiteten Wassers nur dort stattfinden müssen, wo deutliche ökologische Schäden zu beobachten sind. Auf der anderen Seite gibt man zu, dass eine Untersuchung des eingeleiteten Wassers überhaupt nicht stattfindet und das, obwohl wir mittlerweile wissen, dass das Wasser teilweise sogar von der extrem stark befahrenen Autobahn in Heiligensee stammt und dass der Zustand des Niederneuendorfer Sees gemäß WRRL bedenklich genannt werden muss. Diesen Widerspruch schreibt ausgerechnet die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz ohne weiter darauf einzugehen. Dort sollte man mal die eigenen Antworten im Zusammenhang lesen, bevor sie herausgegeben werden. Das Ganze macht den Eindruck, als wenn die Antworten von verschiedenen Abteilungen geschrieben wurden, die untereinander nicht genügend kommunizieren.”

Regelmäßige Untersuchungen gefordert

Nach dieser Antwort ist für Schmidt völlig klar: “Es muss eine regelmäßige Untersuchung des eingeleiteten Abwassers geben. Darauf bestehe nicht nur ich, sondern auch und vor allem die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner. Letztlich ist die Wasserqualität an der Oberhavel sogar eine Angelegenheit für alle Anlieger und Nutzer der Havel bis hinunter zum Wannsee.“

Quelle: Wahlkreisbüro Stephan Schmidt, MdA

1 Kommentar

  1. pusteblume auf

    Der Niederneuendorfer See ist ähnlich wie der Tegeler See und der Heiligensee vom Wasserfluß der Havel abgekoppelt.

    Damit kann dieser Bereich der Gewässer durchaus deutlich bessere Qualität als die Havel haben
    Damit kann der Senat sich auch nicht herausreden, er habe keinen mittelbaren Einfluß auf die Havel und damit auf den Niederneuendorfer See… da kann man ja sowieso nichts machen….
    -> In diesem Fall ist das zum Glück nicht so simpel mi dem Ausruhen auf dem Amtsschimmel.

    Hier ist also durchaus ne gute Chance den Niederneuendorfer See als ökologische Niesche und damit zum klaren und sauberen Badegewässer zu machen, ja wenn man nur wollte (aber die Clientel des Senats wohnt offenbar in anderen Bezirken und da geht man ins gekachelte Schwimmbad… )

    Wie siehts denn mit dem Flughafensee aus, dort wird ja auch Autobahn-Regenwasser eingeleitet
    Einige von uns kennen ja noch die Super Badequalität dieses Gewässers als es noch die Kiesgrube ohne Fremdwassereinleitung war. Dann wurde das Autobahnabwasser ungeklärt in die Kiesgrube geleitet und erst nach dem großen Fischsterben und den ersten Krankenhauseinlieferungen wurde dann dort die heutige Grob-Klärung Installiert. Jetzt haben wir zumindest einen grenzwertig akzeptablen Zustand diese Gewässers.
    Offenbar plant der Senat durch Nichts-Tun die gleiche Story nochmals nun den den Bürgern am Niedderneuendorfer See aufzudrücken.

    aktueller Zustand der eingeleiteten Wasser unklar..
    Zumindest VOR dem Umbau der Hennigsdorfer str. und der Umbau der Autobahn sollte doch ein Status erfasst werden. Wenn das positiv verkäuft hat der Senat doch Ruhe und die Bürger sind beruhigt..
    In Anbetracht der Mietausgaben für das Tetrapakgelände sind solche bürgernahen Ausgaben doch wohl zu vertreten. Wo bitte bleiben die Stellungsnahme der übrigen (ökologisch) geprägten Fraktionen des Bezirkes ??
    Offenbar kümmert sich Herr Schmidt ziemlich allein um die Bürgerbelange in Heiligensee.
    Meine Anerkennung dafür.

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