Großer Mist auf kurzer Wiese

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Das Sommerfest ist vorbei, es wurde in Windeseile aufgeräumt und – Hut ab- alles ansehnlich hergerichtet. Leider setze ich den Hut wieder auf, denn durch das jetzt kurz gemähte Feld wird ein großes Ärgernis sichtbar, das sanft und milde bislang vom hohen Gras verdeckt wurde. Ich spreche nicht von den unsäglichen Hundehaufen, die schon ärgerlich genug wären. Nein, es geht mir um die offensichtlich von Intelligenz nur gestreiften, politisch Korrekten, welche die Hinterlassenschaften ihrer Hunde in die dafür angedachten Tüten packen und dann die Tüten durch die Gegend werfen, an Zäune hängen, in Büsche schmeißen, über den Zaun ins Vogelschutzgebiet befördern, in den Graben entsorgen, und, und, und.

Bevor jetzt wieder der eine oder andere Aufschrei “Hundehasser” durch den medialen Äther hallt sei kurz angemerkt, das wir selber zwei Hunde haben. Aber eben auch drei Kinder, und diese haben das gleiche Recht durch Wald und Feld zu toben, wie die Vierbeiner. Während ein Haufen stinkt, und ungern an Kind und Kleidung gesehen wird, verrottet er wenigstens. Aber das Ganze dann mit Plastik zu konservieren und als eingetütete “Kot-konserve” rundum zu verteilen ist eine unbeschreibliche Schande!!! Was treibt einen zu solch einem schändlichen Verhalten? Möge bitte keiner sagen, das muss so sein, es wären zu wenig Mülleimer da. Das ist unbestritten, aber dann nimmt man den Mist eben eine kleine Weile mit. Wie viel Kilo kann ein Hund am hinteren Ende von sich geben, als das man es nicht einen Moment tragen könnte? Also wir schaffen das leicht…. Es ist also nicht eine Frage der körperlichen Fitness des Hundehalters, sondern der inneren Einstellung. Und ab diesem Punkt wird es richtig ärgerlich.

Ach ja, das Argument, wir zahlen ja Steuern, da geht mich der Sch…ß auch nichts an (habe ich auch zur genüge gehört), ist ebenso mau. Wir zahlen auch KFZ – Steuern und lassen kein Altöl auf die Straße laufen. Und noch ein Fakt: Keine der Tüten (außer Papier, das keiner nutzt) ist biologisch abbaubar. Es ist ein fein formulierter Unterschied zwischen “abbaubar” und “zersetz-bar”. Und selbst das Zersetzen- was das Plastik nicht beseitigt, nur in winzige Teilchen zerfallen lässt- dauert ewig. Darüber kann man sich leicht informieren.

Etwas mehr gemeinschaftliche Verantwortung ist hier von Nöten und gefordert. Und vielleicht auch nachdenken und die Bequemlichkeit durch Schamgefühl ersetzen!

Dies ist ein Beitrag eines nachbarschaftlichen Kiezreporters. Beachten Sie, dass die Richtigkeit der Inhalte von den Betreibern der Plattform nicht geprüft wurden und individuelle Meinungen und Vermutungen enthalten kann.

1 Kommentar

  1. auskenner auf

    Ja, Assis gibt’s halt auch in Heiligensee. Aber in Deutschland, insbesondere Berlin fehlt der gesellschaftliche Gruppendruck. Diese Tüten finden sich ja auch in Wassersammelbecken, z.B in der Schulzendorfer/Fürstenauer Weg, sondern auf den Grünflächen neben den Straßen.

    Ich habe Leute getroffen, die das Verhalten ganz offen als Protesthaltung gegen unzureichende Mülleimer aufführen. Wenn man dann anführt, dass das grob assozial ist, bekommt man u.a. als Antwort: “Das ist aber nunmal meine Meinung” Was will man da machen? Ein Satz warme Ohren wären angebracht, aber geht ja auch nicht.

    Das einzig Gute ist, dass der Großteil der Halter zumindest auf den Wegen den Mist wegräumt.